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Dienstag, 29. Mai 2012


wie sollte es anders sein? Natürlich habe ich dieses Foto auch auf meinem neuen Lieblings-tumblr Nachtstücke gefunden...


Das Leben ist zu kurz und es gibt keine Zeit, um wichtige Worte ungesagt zu lassen.
Life is short, there is no time to leave important words unsaid.


Es ist so schwierig über Gefühle zu reden mit Menschen, die man nicht so gut kennt. Ich kann meine Gefühle nicht in Worte fassen, weil ich nicht weiß, was ich fühle. Ich entdecke Dinge in mir und merke, dass ich ganz anders reagiere, als ich eigentlich gedacht habe...
Warum entdecke ich immer zu spät, dass ich Menschen sehr gerne mag. Immer, wenn es irgendwie schon zu spät ist. Oder mag ich sie nur, weil ich weiß, dass ich sie nicht haben kann.
Manchmal frage ich mich, was eigentlich mit mir los ist:
alles, was ich haben kann ist uninteressant und alles, was zu weit weg erscheint, zieht mich magisch an.
Das alte Thema, neue Vorfälle, die dieses bestätigen.
Man, Man, Man. Manchmal fehlen mir auch die Worte und die Nähe zu mir selbst. 
Warum kann ich nicht einfach "geradeaus" sein, wie meine liebe Freundin Elin. Warum muss ich immer alles totanalysieren und mich verfangen und mich brutal daraus befreien? Was fühlt sich wirklich gut an?

Montag, 21. Mai 2012



You're always haunted by the idea that you're wasting your life..

Das ist mein Motor, meine Angst, das was mich voran bringt. Ich möchte etwas tun, einen ungefähren Plan haben. In den Tag leben - das geht einfach nicht jeden Tag, jedenfalls nicht für eine unbegrenzte Zeit. Tage, Wochen, Monate vergehen und man hat kein Ziel, keine Beschäftigung für sein Gehirn. Das fällt mir so unglaublich schwer. Mir geht es erst richtig gut, wenn ich abends tot ins Bett falle, weil mein Tag so voll gefüllt war von Tatendrang und Eindrücken.

Ich möchte ein Praktikum im Sommer machen und mich für etwas Nützliches einsetzen: ich würde so gerne ein 6-wöchiges Praktikum machen und mit Menschen arbeiten, den es nicht so gut geht wie uns.

Donnerstag, 26. April 2012





Irgendwie ist es komisch, aber in letzter Zeit habe ich zunehmend das Gefühl, dass ich nicht weiß, was ich fühle...
ist es head vs. heart, dass ich mich auf etwas nicht einlassen kann oder sagt mein Herz nein? Seit dem ich in Venedig bin, bin ich verwirrter denn je. 
Ich versuche einen Weg zu finden die Antwort zu finden. Vielleicht hilft es das Wochenende mit guten Freunden in Mailand zu verbringen und sich dort wieder ein bisschen zu finden...
berauschende Italiener...

Samstag, 14. April 2012





Manchmal ist es komisch, wenn man jemand sehr mag, aber es einfach nicht funktioniert... immer streitet man sich, redet aneinander vorbei und man versucht es immer neu und neu und am Ende sind wieder alle verletzt. Wie kann so etwas sein? Wie kann mich sich sehr mögen und alles dafür tun und es funktioniert trotzdem nicht? Es ist mir ein paar Mal in meinem Leben passiert und am Ende ist es immer auseinander gegangen und wir sprechen nicht mehr miteinander. Nach diesem ganzen hin und her muss im Endeffekt jemand einen Schlussstrich ziehen und es ist wie eine Wunde im Herzen, die nie verheilt. Es kann besser werden, aber es nie wirklich wieder wie vorher. Manchmal sollte das Leben voller wundervoller Sonnenflecken aus Fotos sein... und nicht immer so real und verletzend. Warum reden die Menschen so wenig und versuchen aus ihrer eigenen Verletztheit heraus anderen so weh zu tun wie möglich? Warum sagt man genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich meint...?





Ich habe versucht zu beenden und gemerkt, dass es nicht funktioniert... das sind diese Beziehung zwischen Menschen, die einander wehtun, obwohl sie sich so sehr mögen. Paradox, aber manchmal geschieht so etwas und es ist auch nie wirklich abgeschlossen, immer wieder und wieder wird man auf die Person treffen und es wird so sein wie früher... mit jedem Mal wird man vielleicht stärker, aber bis man die Hoffnung aufgibt, dass man wieder zusammen findet auf was für eine Art auch immer, das dauert eine gefühlte Ewigkeit und immer und immer wieder kommt man an und lässt sich verletzen... wie paradox das Leben ist: Menschen, die man liebt, die einem aber nicht gut tun...




Ich habe mir vorgenommen genau darüber ein Buch zu schreiben... vielleicht einen Email Roman, vielleicht ein Drama.. ich weiß es noch nicht. Ich muss meinem Unverständnis darüber Luft machen, den Dingen auf den Grund gehen, auch, wenn ich wieder bei nichts heraus kommen werde... ich möchte diesem Gefühl nicht schutzlos ausgeliefert sein, möchte etwas verändern, es nächstes Mal in eine andere Richtung lenken und mich nicht mehr damit quälen müssen...

Montag, 27. Februar 2012




Manchmal ist einfach Funkstille und ich habe keine Worte. Die Gedanken in meinem Kopf sprudeln und spinnen, aber ich kann es nicht ausdrücken. Es ist hier, genau hier, aber ich kann es nicht in Worte fassen. Mein Herz brennt und ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch. Warum mache ich mir alles eigentlich immer so schwierig? Anrufen Entschuldigen Treffen Neuer Anfang. Nur weiß ich, dass es nie so ist, wie man das möchte. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, aber ich kann das einfach nicht. Und ich dreh noch durch. Warum passieren gute Dinge immer nur dann, wenn man nicht
bereit dafür ist. Ich kann und will das einfach nicht verstehen.
Es ist ein Tag, um sich selbstbemitleidend ins Bett zu verziehen und die Oscar-Nacht auszukurieren. Was ist hier eigentlich los?

Ich wünsch mir den Sommer zurück, denn da scheint selbst das Schwerste leichter zu sein. Ich wünsche mir auf einer Wiese zu sitzen, Blaubeeren zu essen und die Wolken zu beobachten. Es sollte alles nicht so kompliziert sein. Ich weiß jetzt wo meine Reise hingehen soll, die in 7 Monaten beginnt, aber was dazwischen kommt, das macht mich nervös und nicht unbedingt im guten Sinne.


Tausend Mal habe ich angefangen und wieder aufgehört. Texte. Listen. Ich kann einfach nicht. Dieses Mal ein neuer Versuch, etwas, was mich aufmuntern soll. Damit ich etwas Sinnvolles zu tun habe..


* Fotos im und vom Regen machen
* analoge Fotos einscannen und ein neues Album machen
* mein Zimmer endlich zu Ende aufräumen
* ein Inspirationstagebuch ins Leben rufen
* Brunch Essen ausdenken für morgen



* unglaublich erleichtert sein, weil ich jetzt wahrscheinlich weiß,
was ich studieren will

Freitag, 7. Oktober 2011

Der Zauber eines Briefes...

Neben Listen gibt es noch eine Sache, die ich unheimlich gerne schreibe: Postkarten, aber auch vorallem Briefe.
Ich mag das Gefühl einen Brief in einen Umschlag zu stecken und Briefmarken sorgfältig darauf zu kleben; den Brief in einen Briefkasten zu werfen und zu hoffen, dass er bald ankommt. Ich mag es, dass ich den Brief auf eine Reise schicke und er durch viele verschiedene Hände geht, verschiedene Orte besucht, bevor er sein Ziel erreicht.

Für mich hat ein Brief etwas viel Wahreres und Persönlicheres als eine Email, da er mit der eigenen Schrift niedergeschrieben und liebevoll verpackt wurde... dadurch bekommt er mehr Ausdruck und Seele als eine einfache Email, die sofort ihren Empfänger erreicht. Bei einem Brief weiß man nie, wann er ankommt und ob überhaupt.




Es ist eine kleine Überraschung, wenn er plötzlich im Briefkasten liegt und darauf wartet geöffnet und gelesen zu werden. Man kann die Worte anfassen und hält etwas in der Hand, das ein Freund an dem anderen Ende der Welt auch berührt hat.
Dadurch werden die Worte viel realer und wirklicher, denn der Brief reist von der Realität in die Realität und wird nicht nur etwas Sichtbares, sondern auch etwas, was man mit allen Sinnen erfassen kann.
Dies ist es, was die Schönheit eines Briefes für mich ausmacht.

Sonntag, 11. September 2011

Zukunft und neue Chancen...



Es ist seltsam wie schnell die Zeit vorbei geht. Früher kam einem ein Jahr wie eine Ewigkeit vor...jetzt hat man das Gefühl, dass einem die Zeit durch die Finger rinnt, wie trockener Sand, der vom Wind davon getragen wird.

Plötzlich sind die besten Freunde am Ende der Welt und man hört tagelang nichts von ihnen, weil sie irgendwo gelandet sind, wo es kein Internet gibt.
Dinge, die wie selbstverständlich erschienen sind auf einmal kostbar geworden und man steht vor einem leeren, weißen Raum, den man nun eigenständig mit Leben füllen muss. Einem stehen alle Möglichkeiten offen, doch alles scheint so groß und so unendlich, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Ebnet man ersteinmal den Boden, sodass man ein Fundament für den Raum legt, damit man nicht dauernd stolpert und geht dann alles ganz nach Plan an oder nimmt man sich die Farbeimer und fängt einfach in irgendeiner Ecke an zu streichen...repariert man mal hier die Fenster, oder stellt man hier eine Lampe in den Raum?

Plötzlich stehen immer diese Fragen im Raum, die beantwortet werden wollen und Entscheidungen schreien danach getroffen zu werden...
Manchmal fühlt man sich so machtlos und in einem anderen Moment wieder so unfassbar stark, als könnte man die ganze Welt erobern.

Ich hoffe, ich werde meinen Weg finden - es steht jedenfalls fest, dass ich nicht jetzt schon mein ganzes Leben plane, denn ich finde sechs Monate im Vorraus sind vollkommen ausreichend. Zudem hoffe ich, dass sich mir viele Chancen anbieten und ich keine Angst habe, sie, wenn ich auch nur einen Funken Interesse verspüre, anzunehmen.

In zwei Wochen werde ich in das schöne Italien aufbrechen, nach Mailand. Diese Chance ergab sich ganz plötzlich und ich habe sie ergriffen, ohne viel nachzudenken. Ich werde es einfach wagen, mich hineinstürzen...loslassen.

Freitag, 19. August 2011

Like a feather...

Ich sitze gerade bei der Arbeit und es ist heute so still im Büro, weil Freitag ist und alle bald nach Hause gehen.
Heute ist ein schöner Tag, weil morgen endlich Wochenende ist und ich mit Vera auf den Schanzenflohmarkt gehen will, wo wir nach kleinen Überraschungen suchen und lustige Photos in dem alten Photoautomaten in der Feldstraße machen wollen.
Aber heute ist auch ein trauriger Tag, weil Lena für 9 Monate nach Australien geht und ich sie heute zum letzten Mal am Flughafen sehen werde. Ich werde sie wirklich sehr vermissen!

Um mich abzulenken, habe ich gerade im Internet gesurft und war auf der Seite einer wunderbaren Schmuckmarke, die Vera und ich gestern bei unserem Streifzug durch Eppendorf entdeckt haben: Dogeared!
Dort habe ich die perfekte Kette für mich gefunden mit einer kleinen silberfarbenen Feder dran! Da ich schon lange eine Kette haben möchte, die ich jeden Tag trage und nicht abnehme, ist diese einfach mehr als perfekt! Eingepackt sind auf kleinen Kärtchen, auf denen zauberhafte Sprüche stehen...

feathers are symbols of freedom. they awaken our curiosity, and open our hearts and minds to possibility. wear your necklace as a reminder to follow your dreams.

Dienstag, 26. Juli 2011



Lalalalala - heute wird mein kleiner Blog endlich ein Jahr alt.
Was heißt endlich? Ein Jahr ist schon eine ziemlich lange Zeit und ich habe immer noch unglaublich viel Spaß hier meine Inspirationen festzuhalten.

Ich habe mir schon überlegt meinen Blog in nächster Zeit um ein paar Kategorien zu erweitern. Gerne würde ich mehr über Filme schreiben - Filme, die grade im Kino sind und Filme, die ich gerne gesehen habe. Vielleicht kommen auch ein paar Outfitposts dazu, in denen ich meine neuen Errungenschaften vorstellen kann.

Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Tage, Monate und Jahren mit meinem wunderbaren Blog.
Und vielen Dank für meine Leser! Ich freue mich über jeden Einzelnen von euch!!!

Sonntag, 19. Juni 2011



Langsam habe ich das Gefühl, dass es langsam bei mir angekommen ist: ich habe mein ABITUR... und nie wieder Schule. Es ist ein seltsames Gefühl: irgendwie schön, aber irgendwie auch beunruhigend. Beunruhigend-schön.

Im Moment ist irgendwie eine ganz andere Zeit. Eine Zeit, in der ich viel schlafe, um mich von den vergangenen Wochen zu erholen und eine Zeit, in der ich fast den ganzen Tag im Bett verbringe. Aber eigentlich habe ich jetzt die Freiheit alles zu tun und ich will raus und das Leben erleben, aber irgendwie hält mich immer etwas ab: das Wetter ist im Moment so schlecht, dass es die ganze Zeit nur regnet und ich mich gar nicht mehr nach draußen traue.

Ich weiß immer noch nicht will und wer ich bin und ich kenne mich dafür eigentlich viel zu gut. Mein Problem ist, dass ich weiß, was mit mir los ist und vor was ich zurückschrecke, aber nichts dagegen unternehmen kann - ich versuche meine Erwartungen herunterzuschrauben, denn ich erwarte einfach viel mehr vom Leben, als es mir eigentlich geben kann. Das ist irgendwie traurig, aber auch irgendwie schön, denn man weiß nie, was als nächstes passiert und kann es nur ein bisschen mit beeinflussen. Ich will mich in mein Leben reinstürzen ohne Nachzudenken und ganz viel ausprobieren ohne zu bereuen. Ich halte mich immer selbst zurück.

Vielleicht sollte ich einfach mal meinen Kopf zu Hause lassen und nicht immer alles gleich so ernst nehmen. Einfach mal untertauchen und völlig neu erwachen. Mich einfach treiben lassen und sehen wohin ich gelange.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Mit jedem deiner Fehler...




Ich will nicht bei dir klingeln, und ich tu es doch
Ich will nicht an dich denkn', und ich tu es immer noch
Ich will nicht von dir reden, vom singen ganz zu schweigen
Schäm dich was, dass du dich immer noch in meine Lieder schleichst
Ich hab versucht mir, mir einzureden, dass du ja eigentlich gar nicht so schön bist
Dass du bescheuert bist und nichts verstehst, dass wir nicht füreinander bestimmt sind


Warum weiß man manchmal einfach nicht, was man für einen anderen Menschen empfindet? Ist es nur die Melancholie und die Sehnsucht? Die Nostalgie, weil es genau ein Jahr her ist? Oder ist es etwas Anderes?

Warum versteh ich mich manchmal selbst nicht?

Donnerstag, 26. Mai 2011

Erinnerung an Illusionen...


Musik konserviert die Zeit und erinnert uns sofort an die Zeit, mit der wir sie verbinden. An die Menschen, die wir getroffen haben, an die Momente, die wir mit ihr verbracht haben, an die Wünsche und Träume, an die Illusionen, die wir hatten. Und alles wird wieder wachgerufen und so real, als hätte sich die Welt nicht weitergedreht und als hätte sich in der Zwischenzeit nichts verändert. Wachgerufen durch den ersten Ton und die Gefühle sind wieder da. Ganz plötzlich.

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And we build up castles in the skys and in the sand.
Design our own world ain't nobody understand.
I found myself alive in the palm of your hand.
As long as we are flyin' all this world is ain't got no end. All this world ain't got no end.

Sonntag, 17. April 2011

Wo bleibt die Zeit für kreative Ideen?



Die Zeit rennt immer davon, ohne, dass etwas Erinnerungswürdiges passiert. Jeder Tag verstreicht mit viel Arbeit: Hausaufgaben, Referate, Arbeiten, Ausarbeitungen, Fahrschulstunden und Jahrbuchvorbereitungen.

Da bleibt kaum Zeit für die schönen Dinge, die Dinge, an die man sich einmal erinnern wird:
die tolle Zeit mit Freunden, leckerem Essen, Lachanfälle, Reisen, Photographie - und Kunstprojekten, Kino- und Austellungsbesuche, Tage im Bett mit einem richtig guten Buch, Picknick im Wald und Flohmarktbesuchen.

Nur noch 14 Tage, dann ist die Schule für immer vorbei, dann steht nur noch das mündliche Abitur vor der Tür und wir haben endlich Sommer. Ein Sommer, der nur uns gehören soll, ein Sommer voller Freiheit und Freude und ohne lästige Verpflichtungen. Mit Abenteuern voller Leichtigkeit und großen Zukunftsplänen, ein Sommer voller zauberhaften Momente, das wünsche ich mir.

Samstag, 26. März 2011

Noch 4 Tage, bis ich endlich Geburtstag habe.
Der Countdown läuft.
Irgendwie bin ich schon ganz kribbelig, weil ich nicht weiß, wie meine Feier einen Tag vorher werden wird, wie mein Geburtstag sein wird und wie ich mich fühle, wenn ich plötzlich volljährig bin.
Ich freue mich auf mein leckeres Geburtstagsessen, auf meine Freunde, meine Familie und natürlich auch auf meine Geschenke. Und kurz vorher habe ich gestern noch meine theoretische Fahrschulprüfung geschafft.
Jetzt muss ich nur noch leckere Sachen einkaufen gehen, meinen Tisch dekorieren und mich spätestens am Dienstag um 18.30 entspannt zurück lehnen und alles auf mich zukommen lassen.
Wunderbar.

Freitag, 4. März 2011

Endlich März.



März ist einer der besten Monate im Jahr.

Es ist der Monat, in der Winter aufhört und der Frühling anfängt.

In diesem Monat haben wir immer zwei Wochen Frühjahrsferien, die heute anfangen.

Mein Geburtstag ist in diesem Monat und dieser März ist doppelt besonders, weil es mein 18. Geburtstag sein wird.

Wunderbare kleine Blumen blühen, die Sonne scheint und es wird endlich wärmer.

Endlich kann man wieder ans Meer fahren und die Sonnenstrahlen auf den Wellen glitzern sehen.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Don't look back in anger.


Wenn du glaubst, dass es so etwas wie 100%ige Menschen füreinander gibt, und es leider manchmal vorkommt, dass sie sich zu früh im Leben treffen, dann antworte mir bitte.



Es sind immer wieder Texte, die Fragen aufwerfen. Fragen, die man sich im Inneren schon lange stellt, die nun an die Oberfläche kommen und beschäftigen.
Ereignisse, die geschehen, die man sich nie hätte ausmalen können. Auch nicht erträumen und mit eigenen Worten erbauen können.

Es verhält sich genau anders als mit Träumen. Träume, die perfekt bis ins letzte Detail konstruiert sind, passieren nie in der Realität. Und Dinge, an die man nie gedacht hätte, die man nie berührt hat, sind auf einmal plötzlich da und erscheinen uns wie ein Traum, der zur Realität geworden ist.


Da liegt dieser Brief vor mir. Meine Empfängeranschrift in kleiner nervöser Schrift gehalten, schräger darüber thront in deutlichen Druckbuchstaben der Absender. Sabrina Meier.

Sabrina Meier. Ich muss nicht überlegen, ich weiß sofort, wer das ist. Ich ahne, ich fürchte, nein, nein, ich weiß es, ja, ich habe es all die Jahre gewusst, ich habe es nie vergessen.
Ich lese es laut aus "Sabrina Meier", ich blinzle dabei vorsichtig, wer weiß, was das bewirken wird. Mein Herz schlägt jetzt lauter. Sabrina. Die Sabrina? Ein Brief?

Ich bin jetzt neunundzwanzig, das ganze ist so lange her, es schmeckt danach, als sei der Brief von damals, nicht von heute, als sei der Brief durch ein Loch in der Zeit verschwunden und heute in meinem Briefkasten gelandet. Sabrina. Mensch, Sabrina.

Ach, war das nicht schön, damals?
Nein, war es nicht.

Ich war vierzehn, ich ging in die Mittelstufe, es war die große Pause, als ich das Mädchen zum erste Mal sah. Auf dem Weg Richtung Pausenhof saß sie an die Wand gelehnt im Pulk ihrer Klassenkolleginnen rechts von unserem Weg, wir hatten unseren Tennisball dabei, mit dem wir immer Fußball spielten, wir eilten vorbei, als ich sie sah, stehen blieb und Dennis in mich hineinkrachte.
"Pass auf, ey! Was?n los?"
"Nichts", antwortete ich. Ich log.
Alles war los, ich schickte die Jungs vor, ich blieb kurz stehen und begann, Taschentücher und Stifte in meinen Jackentaschen zu sortieren und starrte zu ihr herüber. Begann zu schätzen, wie alt sie wohl ist, wo sie wohl her kommt, begann, mich zu fragen, warum ich sie noch nie gesehen hatte. Sie schaute zu mir über. Ich lächelte. Aber vor allem lief ich knallrot an.
Sie musste dann auch lächeln. Ob es an mir lag oder an der Situation und dem puterroten Gesicht?

Es galt, herauszufinden, wer sie war, wie sie hieß, woher sie kam. Sie wechselte von der Realschule zu uns rüber, sie war zwei Stufen unter mir. Und verdammt: Wie sie mir gefiel!

Ich stellte mir immer vor, wie ihr kastanienrotes Haar roch. Ich stelle mir vor, wie ich eine Strähne davon nahm, daran roch, dann an ihrem Pullover roch und an ihrer Haut. Dann begann, von ihrer Wange zu kosten, ihrem Hals, wie wir uns küssten und übereinander herfielen, der Pullover durch die Pausehalle flog und alle zu Stein erstarrten, bis wir unser Liebesspiel beenden würden. Wir hätten es nie beendet.

Jeden Mittag dann auf dem Weg zum Pausenfußball eine neue Vorführung des Rotlichtkopfkinos mit wechselnden Rollen, wechselnden Schauplätzen, wechselnden Outfits und Stellungen. Bevor ich das erste Mal ihre Stimme hörte, hatten wir schon eine Menge Späne gehobelt, die den Schmetterlingen in meinem Bauch als Brutstätte dienten für neue Schmetterlingseier, die dann kamen und noch heftiger herumwirbelten.

Ich sah sie schon vor der Schule, sobald ich wusste, mit welcher Linie sie aus welchem Dorf zur Schule fuhr, sah sie nach der Schule, wenn sie mit ihrem Turnbeutel und knallrotem Kopf aus der Sporthalle kam.

Je länger wir nicht miteinander sprachen, je länger wir umeinander herumtigerten, desto stärker spürte ich ein dickes festes Gummiband, das uns durch die Luft miteinander verband, uns näher zueinander hinzog. Es muss ja einen Grund gegeben haben, dachte ich damals, dass mir wie Zufall immer mehr Fakten, immer mehr Eindrücke von ihr zuflogen. Und immer ihr Lächeln, wenn ich an ihr vorbeihuschte, sie dabei anstarrte und rot wurd.

Sabrina war mein gut gehütetes Geheimnis, ich war davon überzeugt, dass jeder Mensch einen festen Partner vom Schicksal gestellt bekommt, einen Partner, von dem man weiß "Die Eine", sobald man sie das erste Mal sieht. Ich hätte Bäume ausreißen wollen, aber dafür war ich zu feige, was auch das grundsätzlichste Problem war.

Man muss lachen, wenn man daran denkt, ich kann bis heute nicht darüber lachen: zwei Jahre lang zog sich das hin, ich wurde älter, aber nicht mutiger, war inzwischen sechzehn, hatte Bekanntschaft mit Zigaretten, Gras und Schnaps geschlossen, mein Musikgeschmack hatte sich zweifach verändert, meine Kleidung nicht, ich war ein pummeliger Junge mit schlechtem Haarschnitt, der gerne auf seinen selbsterklärten Verstand herummasturbierte. War davon überzeugt, dass der ausreichen würde und sowieso: Da war doch dieses Band zwischen uns. Also kein Grund, etwas zu überstürzen.

Wir Jungs spielten nicht mehr Fußball, wir saßen in der Pause ebenfalls in der Ecke und redeten über Fußball und Fernsehen und Frauen und Politik und immerzu starrte ich sie an und immerzu lächelte sie dann und wann, wenn sie es bemerkte.

Ich schrieb einen Brief. Die anderen waren aus dem "Briefalter" raus, dem Briefalter, wo man kurz und schnell mal die Lage abklopfte.

"Ich hab mich in dich verliebt. Willst du mit mir gehen?
Ja ( ) Nein ( ) Vielleicht ( )"

Ich schrieb den Brief also ausführlich, nach so langer Zeit, gemeinsam verbunden, musste man sich ja etwas einfallen lassen. Ich saß zuhause und hörte eines der Tapes, die ich mir Sonntagabends stimmungsgerecht aus dem Radioprogramm und den CD-Sammlungen meiner großen Brüder zusammen schnitt, hörte "I don?t want to miss a thing" von Aerosmith und "I believe I can fly" von R. Kelly, das ganze völlig ironiebefreit. Und ich verfasste wallende Zeilen über das Prinzip der Seelen, die wie Engel sind und nur einen Flügel haben, bis sie die andere Seele, also den anderen Engel finden, damit sie wieder, da zwei Flügel, endlich fliegen können.

"Hey", sagte ich, und reichte ihn zu ihr rüber.
"Hey", sagte sie, nahm ihn an und wurde rot. Und ich lächelte.

Dann kam aber keine Antwort.

Erst wartete ich, wie ich es gewohnt war, dann wurde ich unruhig, dann wütend, dann zornig. Dann kam ich mir völlig dumm vor, überspielte alle meine Tapes mit Metal und begann, die Romantik und mich selbst für alles zu verdammen.
Wenn ich durch die Pausenhallen eilte, schaute ich nicht mehr nach rechts oder links, wollte immer nur nach draußen und dort am liebsten im Boden versinken. Rauchte dort, hörte Metal und schwieg.

Schließlich, auf einer dieser Scheunendiscos, wie wir sie bei uns auf dem Land alle zwei Wochenenden veranstalteten, stand sie eines nachts vor mir.
Warum ich so einen Brief schreibe aber es nicht hinbekomme, auch nur einmal in all den Jahren "Hallo" zu sagen, fragte sie und ich antwortete nicht, sondern bezahlte ganz schnell zwei Bier.
Erst dann sprachen wir.

Und sie war nett, sie war eben genau so wie ich sie mir vorstellte: süß, witzig, klug. Aber ich war weder witzig noch süß noch klug, ich saß wie ein unterkühlter Ritter auf meinem Ross, zu weit oben, um den eigenen Herzschlag zu hören und viel zu weit weg, um sie zu berühren.
Also nur reden.
Und so lief es weiter. Wir trafen uns dann und wann und redeten und ich blieb weit oben auf meinem Ross, ich feige Sau. Und dort oben traute ich mich nicht zu fragen, warum sie mit mir redete und was sie damit bezweckte und fragte auch nie, wie sie das mit dem Brief eigentlich fand. Wenn man es sich in einer Situation bequem gemacht hat, dann sollte man sich immer fragen, ob man dort sein möchte, oder ob man bloß resigniert. Das hatte ich mit sechszehn aber nicht gewusst.

Wir sprachen von unserer Zukunft, wo wir uns in zehn Jahren sehen würden, bauten mit unseren Worten ganze Schlösser, in denen wir wohnen würden, malten uns tolle Berufe aus und beschrieben die Autos, die wir fahren würden und die Grundausstattung im Schloss, wir berieten uns, wo wir am liebsten heiraten würden, ich schlug, um sie zu beeindrucken vor "Unter einer Weide, in Schottland. Wie bei Braveheart". Das fand sie romantisch.
"Wenn wir dreißig sind", sagte sie, "und sich nichts geändert hat, dann machen wir das."

Eines Nachts saßen wir vor einer Scheunendisco und tranken Wodka-Lemon und pafften eine Sportzigarette und lachten, als ich ihre Hand nahm. Sie sagte, sie würde bald für ein Jahr nach Australien gehen. Ich hörte es klirren, irgendwas war von meinem Sattel gefallen, etwas kleines, ich schaute nicht herunter, ich fragte "Und wie machst du das alles?"
Großes Seufzen.

Da erfuhr ich, dass sie einen Freund hatte und dass der Freund sie begleiten würde und ich fragte, wie lange der schon da war und stellte fest, dass der schon immer da war und ich hätte sie am liebsten in die nächste Mülltonne getreten und wäre hoch zu Ross fort geritten, weit fort geritten, mit nur einem einzigen Gedanken im Kopf. "Dreh dich nie wieder um".

"Was ist denn das hier mit uns beiden", fragte ich aber stattdessen und sie lächelte und rückte näher.
"Du bist einer der besten Kumpel, die ich überhaupt habe und daran wird sie nie etwas ändern."
Meine Stimme hatte sich irgendwohin verabschiedet, vielleicht war sie bereits an der Theke um das ganze Bier zu ordern, dass ich später am Abend in mich hineingoss, ich fiepte "Aber, ich wollte doch gar nicht dein Kumpel sein. Du hast das mit dem Brief falsch verstanden." Und dann stand ich auf und ging und sie kam nicht hinterher. Das verletzte mich am meisten. Sie kam nicht hinterher.


Ich hebe den Brief an um ihn in meiner Hand zu wiegen. Ich rieche daran. Es wäre schön, wenn er nach ihr riechen würde, denn ich erinnere mich, wie sie damals roch. Er riecht nach Papier, ich fahre mit der Fingerkuppe über die Kante, ihre Schrift, meinen Namen, die Briefmarke, er ist aus Bonn. Also Bonn. Mit einem Messer fahre ich sachte die Kante entlang, die Büchse der Pandora öffnet sich, jetzt entweicht ihm alle Wahrheit und nur die Hoffnung bleibt im Umschlag.
Ich halte das Papier in der Hand. Ich setze mich.
"Hallo, Torben!

Ja, Du siehst richtig: ein Brief von mir, jetzt, nach all den Jahren. Ich komme mir mit einem Mal klein vor und dumm, dir jetzt zu schreiben, erst jetzt, aber irgendwann musste ich es tun.

Ich sehe dich neben mir sitzen, wie wir immer nebeneinander gesessen haben, noch eben ziehen wir beide am Joint, dann sagst du, was du sagst und mir fehlen die Worte, ich erzähle dir von Australien und meinem Freund. Ich erzähle Dir das viel zu spät und du stehst auf, du gehst. Du gehst rein und was dann passiert ist Geschichte. Ich habe dieses Bild immer wieder vor mir, wie ich sitzen bleibe und mich frage, warum ich dir in der ganzen Zeit Australien verheimliche und meinen Freund und dann ist da die gesamte gemeinsame Zeit. Dann ist da dieses Mädchen, das nicht weiß, was es will, das blind ist und wartet, dass der Junge, der so mutig ist, ihr einen Brief zu schreiben, aufhört, zu reden und aufsteht und das Mädchen anfasst.

Weißt du Torben, wie oft du mich damals mit deinen Worten berührt hast, neben mir gesessen hast und wilde Träume ausbreitestet über die Zukunft und das Leben, so schön, dass ich in meinen Träumen immer wieder dort Platz genommen habe. Das waren Träume vor unseren Augen und ich wollte sie nicht platzen lassen, in dem ich dir von meinem Freund erzähle oder von Australien. Das war total falsch. Das tut mir leid. Das tut mir damals schon leid, als du aufstehst und gehst.

Und dann ist da dieser Junge, der immerzu redet und mich ansieht und lächelt und mich hundert Mal mit seinen Worten berührt. Aber was tut seine Hand? Die Hand tut gar nichts und seine Lippen bleiben, wo sie sind. Pressen weiter Träume hervor. Mir war, als würdest du selbst nicht wirklich daran glauben, als würde es am Ende doch reichen, einfach immer da zu sitzen und zu reden und ich habe mich damals für meinen Teil damit abgefunden.

Als ich es dir dann gesagt habe, hast du nicht versucht, irgendetwas an der Situation zu ändern, du stehst einfach auf und gehst, ohne etwas dazu zu sagen, ohne mir zu sagen, dass du mich vermissen wirst, dass du nicht willst, dass ich gehe. Du hast mir nicht gesagt, dass du sauer bist und traurig oder eben das, was du tatsächlich gefühlt und gedacht hast. Du hast es nicht getan.

Ja, ich war in Australien und es war eine schöne, lange Zeit. Mein Freund und ich blieben auch in Australien eine Weile zusammen aber dann war er nur noch ein Freund, nicht mehr der Freund. Als ich wieder kam, warst du weggezogen, wir hatten schon längst keinen Kontakt mehr und ich habe mich nicht getraut, dich zu fragen, warum das alles, ich habe die Schuld auch nur bei mir gesucht und war zu stolz, um zu sagen, Entschuldige.

Und es ist schon eine ganze Weile, in der ich denke, "Entschuldige", aber dann mischt sich dieser Beigeschmack dazu, dass es nicht nur meine Schuld war, du hast ja immer nur geredet, du hast es, wie ich eben schrieb, nicht versucht zu ändern. Dann dachte ich, dass du dich vielleicht noch einmal meldest, ich habe gewartet, dass du dich wieder meldest. Ein zweiter Brief, ein einziger zweiter Brief.
Und ich lebe vor mich hin und lerne Männer kenne, studiere, arbeite, und der Brief kommt nie.
Vielleicht- ich hoffe es, hast du viele Fragen an mich, so, wie ich viele Fragen an dich hätte.

Wenn du dich noch erinnerst, ich habe noch die gleichen Haare und das gleiche Gesicht. Wäre ich du und würde nach all den Jahren einen Brief bekommen, ich würde mich fragen, wieso und es liefen einige Filme in meinem Kopf ab.
Ich bin nicht verheiratet, ich bin nicht auseinander gegangen oder verstört oder frustriert. Das ist es alles nicht. Würdest du jetzt nach mir suchen, du würdest tatsächlich etwas finden, Fotos, ein Profil, du würdest sehen, es ist alles nicht so schlimm, wie es sein könnte, also wenn es das ist, was dich gerade beunruhigt, atme einfach auf. Oder such nach mir.

Es ist die Zeit, und das Warten, mit dem jetzt Schluss sein muss.
Vielleicht ist es total irre, einfach davon auszugehen, dass da noch jemand ist, der auf den Brief von mir wartet, anstatt ihn zu schreiben, der sich noch an mich erinnert. Ich weiß nichts über dich- wie du jetzt bist- ich habe mir verboten, zu suchen. Wenn ich es herausfinden soll, dann will es ich direkt von dir hören, sehen, riechen.

Also ist da diese erwachsene Frau, die den Brief an eine Jugendliebe schreibt, du liest richtig, Jugendliebe, auch, wenn ich damals feige oder blind oder dumm war, das nicht zu merken und dir zu zeigen, und sie möchte wissen, wo der Junge von damals ist, ob er noch der Junge von damals ist oder jemand ganz anderes.
Verheiratet, Vater, glücklich, verändert, frustriert? Keine Ahnung ob die Sache einen Haken hat. Oder vielleicht bist du damals so sauer gewesen, dass du beschlossen hast, mich nie wieder sehen zu wollen und daran hat sich rein gar nichts geändert.

Du hast mir mal diese Kassette geschenkt, ich habe sie immer noch und alle jubel Jahre Mal stecke ich sie in meinen alten Walkman und höre sie, dann spule ich vor bis zu Oasis, die singen "Don?t look back in anger". Weißt du noch?
Bei allem, was ich schreibe, ja, einen Haken hat die Sache: Diese erwachsene Frau, die dir schreibt, schläft seit Jahren schlecht. Ständig wacht sie nachts auf, denn im Traum sieht sie, dass ihre gesamte Familie verwunschen ist, ein uralter Fluch liegt auf uns, der dafür sorgt, dass jedes Familienmitglied, ob Tochter, Sohn, Cousine, Onkel, sich in ein Tier verwandelt, sobald sie dreißig sind und nicht glücklich vermählt.

Mein Onkel Arndt ist in diesem Traum ein Bär namens Ucak, der durch die sibirische Prärie streift, um Hasen zu erlegen. Ich selbst sehe mich auf einen Brief wartend und vergesse darüber mein Alter bis ich selber dreißig bin und mich in einen Pinguin verwandle. Und dieser Pinguin kann nicht viel, du weißt ja, dass Pinguine nicht fliegen können, die können höchstens lustig geradeaus laufen, mit dem Kopf wackeln und sehr gut tauchen. Da es mir in Deutschland zu warm ist, fahren mich meine traurigen Eltern an den Pol, wo ich alleine vor mich her streife, meistens geradeaus watschelnd, meine Eltern vermissend, stoße ich an eine Mauer aus Eis. Die Mauer gehört zu einem Schloss und in diesem Schloss ist ein Teenager König, der das ganze Schloss aus seinen Worten und Träumen aufgebaut hat. Er wird nicht älter, er sitzt auf seinem Thron oder auf der Mauer, er ist mit einer Eisprinzessin verheiratet, er blickt ernst, er lacht nie und wenn er lacht, dann hat er vorher einen der Pinguine zu Eis erstarren lassen. Ansonsten lebt er hinter seinen Mauer in seiner eigenen Welt, in die er niemand mehr rein lässt, außer der Eisprinzessin.

Ich rufe nach ihm, aber er hört nicht, bis eines Tages das Tor doch aufgeht und die Eisprinzessin vor mir steht, mich auslacht und eine Minute später bin ich ebenfalls zu Eis erstarrt, sie bringt mich zu die Jungen auf seinem Thron und er sieht seine Prinzessin lange an, dann blickt er kurz zu mir, er schmunzelt, dreht sich weg. Ich wache auf.

Torben, ich möchte kein Pinguin sein, ich möchte kein Pinguin werden und ich hoffe, du bist keiner von diesen Eisprinzen geworden, die über nichts mehr lachen und sich hinter dicken Mauern verstecken. Von der Eisprinzessin will ich nicht reden, vielleicht hast du auch eine wundervolle Freundin, die gerade neben dir sitzt und dich fragt, was du da liest.

Scheiße, das klingt alles äußerst verwirrt, nicht wahr, aber glaub mir, man sagt ja über Träume, dass sie entweder von den eigenen Ängsten handeln oder das Gegenteil von dem zeigen, was ist.
Also, Torben, lass es mich kurz machen:

Wenn du glaubst, dass es so etwas wie 100%ige Menschen füreinander gibt, und es leider manchmal vorkommt, dass sie sich zu früh im Leben treffen, dann antworte mir bitte.

Wenn du glaubst, dass ich verrückt bin (wegen meines Schlafproblemes), dann antworte mir bitte trotzdem.
Wenn du noch der Junge bist, der mir damals mit knallrotem Kopf einen Brief zugesteckt hat, antworte mir bitte. (Wenn dieser Junge inzwischen gelernt hat, nicht nur seine Worte, sondern auch seine Hände zu benutzen, wäre das nicht schlimm)

Zur Not, auch wenn es vielleicht das zweitdümmste ist, was ich in meinem Leben tue, dann nagel mich doch auf unsere Hochzeit mit dreißig fest (an die du dich doch hoffentlich erinnerst), selbst dann, wenn wir uns treffen und du mich nicht mehr magst oder ich dich nicht mehr mag, dann, was weiß ich, machen wir einfach so ein dummes Zeug. Aber lass uns etwas tun.
Antworte mir. Bitte. Und don?t look back in anger.

Sabrina.

P.S. Ich habe wirklich keine Lust, mit wackelndem Kopf vor einer Eismauer zu stehen und nach Fisch zu stinken ;)"

Freitag, 14. Januar 2011

Dazwischen-Menschen


"Wenn sie Zug fährt, setzt sie sich immer entgegen der Fahrtrichtung. Sie blickt den Dingen gerne hinterher. Manchmal weint sie im Zug, weil dazwischen sein so schwierig für sie ist. Und nirgendwo sonst ist man doch mehr dazwischen als in einem Zug. Vielleicht noch in einem Flugzeug, aber ein Flugzeug bringt einen für gewöhnlich weiter weg. An einen Ort der Sehnsucht und das ist doch schon wieder etwas Schönes. Aber dazwischen sein, nein?das mag sie nicht und dabei ist es das, was ihr Leben schon immer bestimmt. Das Dazwischen-Kind. Die Dazwischen-Freundin. Die Dazwischen-Geliebte. Macht sie ja selber so. Kann sie sich ja nicht beschweren. Entscheidungen treffen. Stellung beziehen. Sich selbst behaupten. Nach vorne stellen oder zurückziehen. Schwierig ist das alles für sie. Und dann passiert es ihr, dass die Menschen sie falsch sehen, sie übersehen, sie versehen. Nicht alle, aber die Kurzsichtigen, die sich Brillen aufsetzen und nicht ablegen."


Irgendwie sind wir alle Dazwischen-Menschen. Niemand ist sich jemals bei allem sicher, jeder schwankt. Egal wie sicher er sich sonst auch in seinen Entscheidungen ist. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo nichts mehr klar ist, wo es darum geht einen anderen Weg einzuschlagen, sich weiterzuentwickeln.
Ich mag eigentlich keine dazwischen-Dinge, keine Kompromisse. Ich mag keine 3/4 langen T-Shirts, weil sie nichts Ganzes und nichts Halbes sind und doch kaufe ich sie.

Ich bin dazwischen und inkonsequent und das ist auch gut so.

Samstag, 8. Januar 2011

Zahme Vögel singen von der Freiheit. Wilde Vögel fliegen.

(John Lennon)

Vögel.

Ich liebe den Duft von Freiheit und Unabhängigkeit, aber auch Unberechenbarkeit und Spontanität.

Man weiß nie, wann sie sich wieder in die Lüfte erheben, um weiter zu ziehen.